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 "SHARKSUB EXPEDITION"         

     

 

 Aufnahmen   NIKON D-200 / D2Xs /    SEACAM  UW-Gehäuse
 

 Sharksub Expetition, Südafrika 2006 

Schon eine Stunde bereits, fahren wir in unserem U-Boot die „Shark Alley“, zwischen Dyre-Island und Gyser-Rock auf und ab.  Hier in diesem Kanal und rund um die kleinen Inseln, schwimmen zu dieser Jahrszeit grosse Weisse Haie zu hunderten ! Nicht etwa aus sozialen Gründen, sondern der riesigen Robbenkolonien wegen, die sich auf Gyser Rock breit macht. Langsam wird es jetzt aber ungemütlich, denn die Wassertemperatur hier unten am Kap der guten Hoffnung beträgt nur knappe 12 Grad und trotz Trockentauchanzug, zittere ich wie Espenlaub. Meinem Tauchpartner Andre Hartman der das U-Boot pilotiert, geht es bestimmt auch nicht anders. Doch wollen wir noch nicht aufgeben, denn ab und zu sehen wir vor uns im Wasser, die schemenhaften Umrisse von Robben.  Sich aus den sicheren Untiefen und den Tangwäldern ins freie Wasser zu wagen, ist für diese Tiere ein sehr gefährliches unterfangen, welches tödlich enden kann!  Den hier  draussen lauern die grossen Weissen Haie -  Carcharodon carcharius -  der mit den gezackten Zähnen !

Ich bin sicher, die Räuber sind unmittelbar in der Nähe.  Doch so sehr ich die Augen aus dem Kopf starre, ausser grüner Suppe und vorbei treibenden Quallen ist nichts auszumachen. Eigentlich müssten wir  für die Haie hochattraktiv sein, denn die Tiere reagieren  sehr empfindlich auf alles unbekannte - und das das sind wir hundertprozentig – denn nie zuvor wurde ein U-Boot, wie unser SOV (Shark Observation Vehicle), zur Weisshaiforschung eingesetzt.  Dazu kommt noch die Tatsache, dass die drei Antriebsmotoren ein derart  starkes elektromagnetisches  Spannungsfeld erzeugen, welches eigentlich alle Haien im Umkreis von ca.  30 Meter anlocken müssten. Auf Fischblut und Thunfischöl um die Haie anzulocken  haben wir bewusst verzichtete, Diese Technik wird bei Haibeobachtungen  immer angewendet, hat aber den Nachteil  das Verhalten der Tiere  stark zu verändern.
Wir drehen den Spiess um – wir locken nicht die Haie zu einem Boot oder Käfig - sondern wir fahren dahin wo sie sich normalerweise aufhalten. So können die wohl perfektesten Räuber der Ozeane unter natürlichen Bedingungen beobachtet und dokumentiert werden.
Andre macht sich mit dem akustischen Summer bemerkbar und  reicht mir die Schreibtafel über die Schulter, auf ihr ist der Akkustand der Motoren und die restlich Operationszeit  vermerkt - wir müssen ans umkehren denken! Obschon wir eigentlich immer auftauchen könnten, wollen wir doch lieber auf die windgeschützte Seite der Insel gelangen, damit wir von unserem Begleitboot einfacher in Schlepp genommen werden können. Die Rückfahrt wird etwas  20 Minuten dauern – die letzte Change noch einem grossen Weissen zu begegnen ………..
Schon wieder sind wir von Robben umgeben. Mehrere junge Tiere umkreisen das U-Boot und schlagen übermütig Saltos. Eigentlich sollten sie sich der drohenden Gefahr hier draussen bewusst sein, doch vielleicht ist die Attraktion dieses unbekannten Objektes stärker  als ihr Überlebensinstinkt? Ich mache mir schon ein Gewissen das Leben der Tiere auf’s Spiel zu setzen, als die Robben plötzlich, wie vom Donnerschlag gerührt, in unglaublichem Tempo das Weite suchen. Der Grund dieser Massenflucht ist eindeutig und lässt auch nicht lange auf sich warten. Zuerst verschwommen, dann immer klarer zeichnen sich die Umrisse von einem Weissen Hai im grünen Wasser ab.  Das Tier ist riesig, ein Weibchen und länger als das U-Boot – ein grossartiger Moment! Das ist der erste Haikontakt seit SOV im Einsatz ist und wir haben natürlich absolut keine Erfahrung, wie wir uns jetzt am besten Verhalten sollen:  Motoren abschalten – Weiterfahren - eine Runde drehen  oder was immer ?  Weisse Haie sind nämlich sehr ängstlich und jede falsche Reaktion, kann sie sofort in die Flucht schlagen,  .Zum überlegen ist es jetzt aber bereits zu spät – genau so schnell wie der Weisse aufgetaucht ist, verschwindet er  wieder in diffusen grünen Wasser der   „Shark Alley“

Ich bin absolut „erschlagen“ von der Begegnung! Selbst der abgebrühte Andre, der  seit über 10 Jahren mit Weissen Haien arbeitet und als erster Mensch, ohne Käfig, mit den Tieren im freien Wasser getaucht ist, ist derart euphorisch und erregt, dass er das U-Boot gar nicht mehr richtig auf Kurs halten kann.
Von der Kälte spüre ich überhaupt nicht mehr - das Adrenalin hat sie verdrängt !!

Carcharodon carcharius -  der  mit den gezackten Zähnen !
Obschon der Weisse Hai einen enormen Bekanntheitsgrad hat, ist er dabei gleichzeitig einer der geheimnisvollsten Bewohner der Ozeane.  Die Wissenschaft weiß wenig über den König der Meere. Bisher konnten nur wenige Einblicke in das Verhalten und das Leben der Tiere gewonnen werden. Das liegt natürlich vor allem daran, dass der Lebensraum der Haie draussen im Ozean liegt, und somit die Tiere unter normalen  Umständen nur per Zufall beobachtet und dokumentiert werden können. An den wenigen Plätzen, wie hier in Gansbaai,  an denen sich zu gewisse Zeiten Haie von überall her einfinden, machen Sichtweiten und die Umweltbedingung effiziente Forschungen extrem Schwierig und Zeitaufwendig.
Früher wurden von den Wissenschaftlern die Haie einfach gefangen um sie dann auf dem Seziertisch zu studieren. Auch hielt man sie lebend in Becken und verbuchte Erkenntnisse, die sich nie und nimmer auf die Natur umsetzen liessen.  Vor ca, 20 Jahren dann, begannen die  Meeresbiologen selber zu den  Haien ins Wasser zu steigen. Diese Ergebnisse waren schon um vieles realistischer und widerlegten zu 50% Prozent alles das, was vorher über diese Tiere zu Papier gebracht wurde !!Ein ganz wichtiger Punkt kristallisierte sich dann langsam aber sicher heraus; Haie sind keine Menschfresser, angriffslustige Bestien und nimmersatte Mörder – Haie sind ganz normale Raubtiere, die ihrem viele Millionen Jahre alten Instinkt folgen.  Im Klartext bedeutet dies, die Tiere halten sich exakt an das selbe Menü wie ihre Vorfahren   - aus einer Zeit wo es noch keine Menschen gab...........
Der Allgemeinheit wurden aber durch die Medien andere Information geliefert,  Horrorgeschichten nämlich, welche diesen Tieren ein Image als Killer und Menschenfresser bescherte.  Die Angst vor dem Weißen Hai ist durch Übertragung auf alle anderen Haie gleichzeitig der Untergang einer ganzen Spezies. Über 100 Millionen Haie werden Weltweit erbarmungslos gejagt. Die Ausrottung der 450 Millionen Jahre alten Topräuber scheint unaufhaltsam und bedroht die Zukunft der Menschheit. Haie stehen zuoberst in der Nahrungskette und kontrollieren die Fischbestände bis hinunter zu den Sardinen. „Wenn der Hai stirbt, stirbt das Meer und wenn das Meer stirbt, sterben wir!“ Diese Worte eines berühmten südafrikanischen Naturschützers zeigen eine der größten ökologischen Katastrophen auf.
Haie müssen geschützt werden – doch wer schützt schon etwas, vor dem er sich fürchtet?  Die Wahrheit über Haie weltweit zu verbreiten, ist die einzige Möglichkeit die Menschen zum Umdenken zu bewegen und sich zum Schutz der Haie einzusetzen. Weltweit gibt es mittlerweile viele Organisation, welche sich dieses Ziel auf die Fahne geschrieben haben. SHARKPROJECT ist eine der  grössten von Ihnen. Auch die „ laufende „Sharksub Expedition“ dient dieser zentralen Aufgabe - dem besseren Kennen lernen des Weißen Hais und damit dem Schutz der Haie allgemein.

“SOV”- Shark Observation Vehicle
Die Idee dieses U-Boot Typs ist nicht neu – nämlich ca. 75 Jahre alt. Während dem zweiten Weltkrieg haben nämlich italiensche Froschmänner auf ihren 2-Mann U-Booten, welche „Maiale“ genannt wurden,(historisches Bilder) die Strasse von Gibraltar unterquert und im Hafen von Gibraltar durch Haftmienen, einige englische Kriegsschiffe in die Luft gesprengt.
Ganz so einfach wie die  italienschen „Maiale“ die eigentlich nur auf einer vorbestimmten Tief  von ca, 6 Metern  einen mehr oder weniger  direkten Kurs zu fahren hatten, konnte SOV nicht konstruiert werden.
Das auf den ersten Blick wie ein Rennbolide anmutende U-Boot ist voll bepackt mit Technik und Elektronik. Drei E-Motoren erlauben eine Geschwindigkeit von 8 Knoten bei einem Aktionsradius von 4 km.  Zwei starre und zwei flexible Ballast resp. Trimmkammern tarieren das Ü-Boot in jeder Tiefe aus. Natürlich fehlt es auch nicht an mehrer Sicherheits- und Notfall Systemen, denn zum Unterschied zu den Einsätzen der italienischen Kampfschimmern, sind unsere Tauchfahrten keine Himmelfahrtkommandos..........
Das U-Boot  wurde von SHARKROJECT entwickelt,  Die Deutsche Organisation, setzt sich weltweit für den Schutz der Haie ein. Auf der einen Seite werden wissenschaftliche Projekt gefördert und auf den anderen Seite gilt es  „public relation“ für die vom Aussterben bedrohten Tiere zu machen.
Das U-Boot dient beiden Zwecken; Denn neue nie zuvor gemachte Beobachtungen, zum Beispiel die Geburt oder Paarung von Weissen Haien, dient der Wissenschaft und das einmaligem Bild und Filmmaterial bringt interessant Reportagen in die grossen Magazine und im Fernsehen, welche von Millionen Menschen gesehen werden.

Die Entwicklungszeit mit all den Testfahrten zuerst in einem Bassin, dann im Bodensee und zuletzt, vor der Reise nach Südafrika, in der Ostsee, hat über ein Jahr gedauert.
Die ersten Einsätze in Gansbaai, im September unter extremen Umständen wie Wellen, Strömung und schlechter Sicht, machten zusätzlich noch einige Änderungen nötig. Doch „it worx“ wie die Südafrikaner sagen und das Abenteuer konnte beginnen!

Auf den Suren der Weissen Haie

In den nächsten Monaten bis zum Sept. 2007 wird das U-Boot an der gesamten Westküste eingesetzt und verschiedene wissenschaftliche Gruppen in ihrer Arbeit unterstützen. Die Forschungen werden unter dem Patronat des Südafrikanischen Marine Coastal Management Department durchgeführt. Die involvierten Wissenschaftler erhoffen sich dabei viele neue Einsichten in das Leben der Weissen Haie. Zwischen den Projekten ist das  U-Boot regelmässig unterwegs, um das vermutete Geburts- und Paarungsgebiet zu durchkämmen und besser einzugrenzen.

Mehr Informationen über den Schutz der Haie und die U-Boot Expeditionen unter  www.sharkproject.org

  

 

              

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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